Ein Mietwagen ist eines der wenigen Reiseprodukte, bei dem der beworbene Preis und der tatsächliche Preis regelmäßig weit auseinanderliegen. Das liegt nicht an Betrug, sondern daran, dass die relevanten Positionen nicht im Tagespreis stehen.
Die Positionen, die den Preis machen
| Position | Worauf zu achten ist |
|---|---|
| Selbstbeteiligung | Betrag, den Sie im Schadensfall selbst tragen. Der größte Einzelposten und oft dreistellig bis vierstellig. |
| Tankregelung | Voll/Voll ist transparent. Vorausbezahlte Tankfüllungen verlagern Kosten und sind selten günstiger. |
| Kilometerbegrenzung | Bei Roadtrips entscheidend. Freikilometer prüfen und mit der geplanten Route abgleichen. |
| Zusatzfahrer | Meist gebührenpflichtig. Wer nicht eingetragen ist, ist im Schadensfall nicht versichert. |
| Einwegmiete | Rückgabe an einem anderen Ort kostet häufig einen erheblichen Aufschlag. |
| Junger oder älterer Fahrer | Alterszuschläge sind verbreitet und stehen selten im Suchergebnis. |
| Ausstattung | Kindersitz, Navigation, Winterreifen — tageweise berechnet und über eine längere Miete relevant. |
Selbstbeteiligung: die Zahl, die zählt
Die meisten Anmietungen enthalten eine Haftungsreduzierung mit Selbstbeteiligung. Das bedeutet: Bei einem Schaden zahlen Sie bis zu diesem Betrag selbst.
Für die Entscheidung brauchen Sie zwei Angaben aus dem Angebot:
- Die Höhe der Selbstbeteiligung — sie steht in den Bedingungen, nicht in der Preisübersicht.
- Was ausgeschlossen ist. Häufige Ausschlüsse betreffen Schäden an Reifen, Glas, Unterboden und Dach sowie Schlüsselverlust. Genau diese Schäden sind auf Reisen besonders wahrscheinlich.
Die Übergabe: zehn Minuten, die sich auszahlen
Die Fahrzeugübergabe ist der Moment, in dem Streit bei der Rückgabe entsteht oder verhindert wird.
Gehen Sie einmal ganz herum und prüfen Sie:
- Kratzer, Dellen und Steinschläge an Karosserie und Stoßfängern
- Windschutzscheibe auf Steinschläge
- Felgen — Bordsteinschäden sind der häufigste Streitpunkt
- Reifenprofil und sichtbarer Zustand
- Innenraum: Flecken, Brandlöcher, Beschädigungen
- Vorhandenes Zubehör: Warndreieck, Warnweste, Verbandkasten, Wagenheber
Dokumentieren Sie, was Sie finden:
- Jeden Schaden ins Übergabeprotokoll eintragen lassen — auch kleine.
- Eigene Fotos machen, rundum und in Nahaufnahme, mit sichtbarem Datum.
- Ein Foto vom Tacho und vom Tankstand.
- Das unterschriebene Protokoll mitnehmen oder abfotografieren.
Vor der Buchung klären
Eine kurze Liste, die die meisten unangenehmen Überraschungen verhindert:
- Führerschein: Wird er im Zielland anerkannt? Außerhalb der EU ist häufig ein internationaler Führerschein erforderlich, den Sie vor der Abreise bei der Führerscheinstelle beantragen müssen.
- Zahlungsmittel: Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers vorhanden?
- Kaution: Wie hoch, wie lange blockiert?
- Grenzübertritt: Erlaubt der Vertrag Fahrten ins Nachbarland?
- Rückgabeort und -zeit: Verspätete Rückgabe wird oft als zusätzlicher Tag berechnet.
- Zusatzfahrer eintragen lassen, wenn mehr als eine Person fährt.
Wann sich ein Mietwagen überhaupt lohnt
Nicht jede Reise braucht ein Auto. Er lohnt sich, wenn Sie mehrere Orte abseits der Bahnstrecken verbinden, mit Gepäck oder Kindern unterwegs sind oder eine Region ansteuern, in der der Nahverkehr dünn getaktet ist.
Für die reine Strecke vom Flughafen ins Hotel ist er dagegen fast immer der umständlichste Weg — Schalterzeit, Übergabe, Parkplatzsuche und Parkgebühren kommen zur Fahrzeit hinzu. Die Alternativen dafür stehen in Flughafentransfer: Alle Wege in die Stadt.
Wenn das Fahrzeug für eine längere Route gedacht ist, hilft die Etappenplanung in Roadtrip planen bei der Frage, wie viele Kilometer pro Tag realistisch sind.
