Mobilität & Taxi

Taxi bestellen: App, Telefon oder Taxistand?

Es gibt drei Wege zu einem Taxi, und sie unterscheiden sich nicht nur im Komfort. Je nach Ort, Uhrzeit und Vorlaufzeit ist mal die App, mal die Zentrale und mal der Taxistand die vernünftige Wahl.

Streckengrafik mit mehreren Haltepunkten als Sinnbild für Bestellwege

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Taxistand steigen Sie ohne Wartezeit ein — vorausgesetzt, dort steht ein Fahrzeug. Das ist an Bahnhöfen und Flughäfen die Regel und im Wohngebiet die Ausnahme.
  • Die Zentrale ist außerhalb von Ballungsräumen meist die zuverlässigste Option, weil dort die Fahrzeuge disponiert werden, die keine App bedienen.
  • Apps sind stark, wenn Sie den genauen Standort schlecht beschreiben können oder eine Fahrt im Voraus planen wollen.
  • Für eine Vorbestellung zählen vier Angaben: Adresse mit Hausnummer, Uhrzeit, Personenzahl und alles, was Platz braucht.

Ein Taxi zu bekommen ist selten ein Problem — es sei denn, man versucht es zur falschen Zeit am falschen Ort mit der falschen Methode. Wer regelmäßig unterwegs ist, entwickelt dafür ein Gefühl. Wer es nicht ist, steht an einem Freitagabend am Straßenrand und wartet auf ein Fahrzeug, das nie kommt.

Die drei Wege haben klare Stärken. Es lohnt sich, sie zu kennen.

Die drei Wege im Vergleich

Bestellwege und ihre Stärken
WegAm besten geeignet fürSchwäche
TaxistandBahnhof, Flughafen, Innenstadt, VeranstaltungsorteAußerhalb solcher Orte praktisch nicht vorhanden
Zentrale (Telefon)Ländliche Räume, Vorbestellungen, SonderwünscheSie müssen Ihren Standort präzise beschreiben können
AppUnbekannte Umgebung, Planung im Voraus, bargeldlose AbrechnungDeckt nicht alle Betriebe und nicht alle Regionen ab

Taxistand: schnell, wo es einen gibt

Taxistände sind behördlich zugelassene Stellen, an denen sich Taxis bereithalten dürfen. Sie liegen dort, wo verlässlich Nachfrage entsteht: an Bahnhöfen, an Flughäfen, an zentralen Plätzen, vor Kliniken und größeren Hotels.

Wenn ein Fahrzeug dort steht, ist es der schnellste Weg überhaupt — Sie steigen ein, ohne dass jemand erst zu Ihnen fahren muss. Der Haken ist die Verfügbarkeit: Nach einem Konzertende ist der Stand vor der Halle innerhalb weniger Minuten leer, und in einem Wohngebiet gibt es schlicht keinen.

Zentrale: die unterschätzte Option

Der Anruf bei einer Taxizentrale wirkt altmodisch und ist außerhalb der großen Städte trotzdem meist der zuverlässigste Weg. Der Grund ist einfach: Zentralen disponieren auch die Fahrzeuge, die an keine App angeschlossen sind. In vielen Landkreisen ist das die Mehrheit.

Dazu kommt, dass ein Mensch am Telefon Rückfragen stellen kann. Wenn Ihre Adresse schwer zu finden ist, wenn ein Rollstuhl transportiert werden muss oder wenn Sie nicht sicher sind, ob das Gepäck passt, klärt sich das in dreißig Sekunden.

App: stark bei Unsicherheit und bei Planung

Apps spielen ihre Vorteile in zwei Situationen aus. Erstens, wenn Sie nicht genau sagen können, wo Sie stehen — die App übernimmt den Standort und Sie sehen auf der Karte, ob das Fahrzeug tatsächlich näher kommt. Zweitens, wenn eine Fahrt länger im Voraus feststeht und Sie eine schriftliche Bestätigung möchten.

Der Nachteil ist die Abdeckung. Welche Betriebe angeschlossen sind, unterscheidet sich stark nach Region. In einer Kleinstadt kann die App leer bleiben, während die Zentrale zwei Fahrzeuge frei hat. Wie diese Vermittlung technisch und rechtlich funktioniert, steht in Taxi-Apps in Deutschland.

Was eine gute Vorbestellung enthält

Die meisten gescheiterten Taxifahrten scheitern nicht am Fahrzeug, sondern an einer unvollständigen Bestellung. Diese vier Angaben gehören immer dazu:

  1. Adresse mit Hausnummer — und bei großen Gebäuden der Eingang. „Am Hauptbahnhof“ ist an einem Bahnhof mit vier Ausgängen keine Ortsangabe.
  2. Uhrzeit — bei Vorbestellungen die Zeit, zu der Sie einsteigen wollen, nicht die, zu der Sie am Ziel sein müssen. Den Puffer rechnen Sie selbst.
  3. Personenzahl — ab fünf Personen braucht es ein Großraumfahrzeug, und das ist seltener verfügbar.
  4. Alles, was Platz oder Zeit braucht — Koffer, Kinderwagen, Kindersitz, Tiere, Sperriges, Gehhilfen.

Zeitpunkte, an denen es eng wird

Es gibt Situationen, in denen alle drei Wege gleichzeitig schwierig werden. Planen Sie hier mit deutlich mehr Vorlauf:

  • Freitag- und Samstagnacht in Ausgehvierteln
  • Schichtwechsel am frühen Nachmittag, wenn Fahrzeuge zum Betriebssitz zurück müssen
  • Bahnstreiks und Großveranstaltungen, weil die Nachfrage schlagartig steigt
  • Silvester und Feiertage, teilweise mit wochenlanger Vorlaufzeit
  • Wetterlagen mit Starkregen oder Schnee

Für einen Frühflug gilt: Vorbestellen, am Vortag bestätigen lassen, und einen Plan B im Kopf haben. Was das konkret bedeutet, steht in Flughafentaxi: Ablauf, Kosten und die Alternativen.

Wenn das Taxi nicht kommt

Eine Vorbestellung ist eine Zusage, aber kein Naturgesetz. Wenn das Fahrzeug fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit nicht da ist, rufen Sie bei der Zentrale an statt zu warten. Meist ist der Auftrag noch aktiv und das Fahrzeug steht im Verkehr — dann wissen Sie wenigstens, woran Sie sind. Gelegentlich ist der Auftrag untergegangen, und dann zählt jede Minute, die Sie nicht mit Warten verbracht haben.

Bei Fahrten, an denen ein Termin hängt, sollten Sie den Anruf schon einplanen, bevor er nötig wird: Nummer der Zentrale gespeichert, Auftragsnummer notiert.

Häufige Fragen

Wie weit im Voraus sollte man ein Taxi vorbestellen?

Für alltägliche Fahrten reicht in der Stadt meist eine kurze Vorlaufzeit. Bei Terminen, an denen es wirklich klappen muss — Frühflug, Klinik, Zug —, ist eine Vorbestellung am Vortag sinnvoll, in ländlichen Gebieten eher noch früher. Zu Silvester, an Feiertagen und bei Großveranstaltungen sollten Sie mit deutlich längeren Vorlaufzeiten rechnen.

Was kostet eine Vorbestellung extra?

Das hängt von der örtlichen Taxitarifordnung ab. Manche Tarife sehen einen Zuschlag für Vorbestellungen vor, andere nicht. Verbindlich ist immer der Aushang im Fahrzeug; ein Zuschlag, der dort nicht steht, darf auch nicht berechnet werden.

Kann ich ein Taxi für jemand anderen bestellen?

Ja, das ist bei Zentralen und in den meisten Apps möglich. Geben Sie dann unbedingt eine erreichbare Telefonnummer vor Ort an — nicht nur Ihre eigene. Wenn das Fahrzeug niemanden findet, entscheidet diese Nummer darüber, ob die Fahrt zustande kommt.

Quellen und weiterführende Stellen

Rechtslage, Tarife und Gebühren ändern sich. Die verlinkten Stellen sind maßgeblich — im Zweifel gilt dort der aktuelle Stand, nicht dieser Artikel.

  1. Personenbeförderungsgesetz (PBefG) § 47 — Verkehr mit TaxenBundesministerium der Justiz — Gesetze im Internet